Option 1: Die alte Website zum Livegang löschen

Die technisch sauberste und sicherste Lösung ist, die alte Website beim Livegang der neuen zu entfernen. Damit ist klar geregelt, welche Version aktuell ist, und es entstehen keine versteckten Sicherheitsrisiken durch veraltete Systeme im Hintergrund.

Option 2: Die alte Website als Archiv sichern

Viele Unternehmen wünschen sich ein digitales Archiv – „für alle Fälle“.
Technisch ist das möglich: Die alte Seite kann unter einer Subdomain wie archiv.[domain].de bereitgestellt und per Passwort geschützt werden.

Damit das funktioniert, müssen:

  • eine passende Subdomain eingerichtet werden,
  • die Domain auf die IP des alten Hostings zeigen,
  • und ein sicherer Passwortschutz aktiviert sein.

Und – besonders wichtig – für die alte Seite weiter regelmäßige Updates eingeplant werden.

Warum wir Archivseiten nicht empfehlen

Aus Projektsicht klingen Archivseiten praktisch – in der Realität zeigt sich jedoch ein anderes Bild:

1. Archive werden kaum genutzt
Unsere Erfahrung ist: In den meisten Projekten schaut nach dem Relaunch niemand mehr hinein. Alles Relevante wird gewöhnlich bereits vor Launch übertragen. Inhalte, die nicht übernommen werden, sind gewöhnlich auch irrelevant.

2. Wachsende Sicherheitsrisiken
Vergessene Archive können zur echten Schwachstelle im Hosting werden. Alte CMS-Versionen, ungewartete Plugins oder veraltete PHP-Versionen sind ein Einfallstor für Angriffe. Damit ein Archiv sicher bleibt, müsste es genauso regelmäßig gepflegt werden wie eine aktive Website: Updates, Backups, Monitoring. Genau das passiert aber oft nicht, weil niemand gerne laufend Geld für eine Seite ausgibt, die man nicht mehr nutzt.

3. Zusätzliche Kosten für Hosting und Pflege
Auch ein Archiv braucht Ressourcen: Speicherplatz, technische Betreuung und gelegentliche Wartung.
Diese Kosten stehen oft in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Nutzen.

Unsere klare Empfehlung lautet: Nur längerfristig archivieren, wenn es rechtliche oder dokumentarische Gründe gibt. Wenn die Content-Migration erst nach dem Relaunch abgeschlossen werden kann: nur temporär archivieren und den Zeitraum möglichst kurz halten.

Kann man die alte Website dann einfach herunterladen?

Wenn es um eine Website mit CMS geht lautet die Antwort: Nein, nicht so, dass das eine:m Nicht-Entwickler:in nutzt.

Was funktioniert:
Der sichtbare Teil einer Website (also HTML, CSS, Bilder) lässt sich herunterladen. Das ist jedoch nur der Output, den der Browser anzeigt.

Was nicht funktioniert:
Alles, was ein CMS ausmacht – also WordPress, TYPO3, Drupal oder andere Systeme – ist deutlich komplexer. Eine vollständige Website besteht aus: Serverdateien (Templates, System-Dateien, Plugins/Extensions), einer Datenbank, in der Inhalte, Einstellungen und Strukturen gespeichert sind, Konfigurationen und Abhängigkeiten im Hosting.

Ohne Zugriff auf FTP und Datenbank lässt sich das Projekt nicht vollständig rekonstruieren oder lokal starten.
Für EntwicklerInnen geht das– für alle anderen eher nicht.